Warum Licht für mich ein Basis-Biohack ist
Je länger ich mich mit Biohacking beschäftige, desto mehr komme ich zu den einfachen Dingen zurück: Schlaf, Bewegung, Ernährung, Erholung, Tagesrhythmus und Licht. Wer diese Dinge richtig macht, ist dem Ziel eines gesünderen und energiegeladeneren Lebens bereits zu 80–90 % näher gekommen. Licht ist dabei besonders spannend, weil seine Wirkung oft sofort spürbar ist und gleichzeitig langfristig anhält.
Ein schöner, sonniger Morgen kann den Start in den Tag beispielsweise sofort spürbar verändern. Ein ruhiger Abend mit weniger grellem Licht kann das Runterfahren erleichtern – stelle dir dazu ein entspanntes Lagerfeuer beim Camping vor. Ein Lagerfeuer bleibt aber vermutlich eher die Ausnahme. Gezielte Licht-Tools können deshalb dabei helfen, bestimmte Routinen zuverlässiger in den modernen Alltag zu integrieren.
Für mich ist Licht daher kein einzelnes Gadget-Thema, sondern ein System:
- Morgens aktivieren
- Tagsüber Rhythmus geben
- Gezielt regenerieren
- Abends runterfahren
Dieses System hat sich bei mir in den letzten vier Jahren mühelos eingespielt. Wie ich das mache und Licht für mich nutze, möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.
Hebel 1 - Licht am Morgen für Energie und Rhythmus
Für mich ist das Licht am Morgen der erste und wichtigste Licht-Hebel. Wenn ich morgens relativ schnell helles Licht bekomme, verändert das meinen Start in den Tag. Ich werde wacher, komme besser in Gang und habe das Gefühl, dass mein Körper schneller reagiert. Der Tag beginnt.
Idealerweise ist es natürliches Tageslicht. Dazu gehört, rauszugehen, in Richtung Sonnenaufgang zu schauen, Frühstück auf dem Balkon oder einfach die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Irgendetwas, das mich früh am Tag mit Tageslicht in Kontakt bringt. Aber im echten Alltag klappt das nicht immer.
Gerade im Winter, bei schlechtem Wetter oder an Tagen, an denen der Morgen eng getaktet ist, nutze ich ergänzend Tools wie den Human Charger. Nicht als Ersatz für Tageslicht, sondern als praktische Unterstützung, wenn natürliches Licht nicht ausreichend oder nicht verfügbar ist.
Für mich ist dabei wichtig: Licht am Morgen muss nicht kompliziert sein. Es geht nicht darum, eine perfekte Routine zu entwickeln, sondern darum, dem Körper ein einfach anwendbares Signal zu senden.
Mein Tipp: Wenn du mit Licht starten willst, dann fange morgens an. Nicht mit dem kompliziertesten Setup, sondern mit der einfachen Frage: „Wie bekomme ich früh am Tag mehr Helligkeit in mein System?”
Hebel 2 - Rotlicht als alltagstauglicher Regenerationsmoment
Der zweite Lichthebel ist Rotlicht. Die Rotlichttherapie wird oft sehr technisch besprochen. Es geht um Wellenlängen, Abstand, Dauer, Studienlage, Haut, Muskeln, Mitochondrien und so weiter. All das ist spannend, aber für mich ist im Alltag eine andere Frage fast wichtiger:
Wie nutze ich Rotlicht so, dass ich es auch wirklich anwende?
Denn ein perfektes Setup bringt nichts, wenn es nach zwei Wochen ungenutzt in der Ecke steht. Für mich funktioniert Rotlicht am besten, wenn es Teil eines einfachen Moments wird:
- am Morgen als kurzer Start
- am Abend zum Runterfahren
- oder als bewusster Regenerationsmoment zwischendurch.
Ich sehe Rotlicht nicht als Wunderlösung. Für mich ist es ein Werkzeug, das mir hilft, Regeneration bewusster in den Alltag einzubauen. Während ich mir morgens die Zähne putze, nutze ich das Rotlicht. Wenn ich damit fertig bin, fühle ich mich deutlich wacher und bereit für mein Training. Am Abend nutze ich nur das Nahinfrarotlicht und fühle mich danach „schwerer” und entspannter.
Mein Tipp:
Rotlicht wird dann interessant, wenn es nicht als komplizierter Biohack, sondern als einfache, wiederholbare Routine behandelt wird.
Hebel 3 - Licht am Abend reduzieren für besseren Schlaf
Der dritte Lichthebel ist wahrscheinlich der unspektakulärste, aber auch einer der wichtigsten.
Abends weniger Licht (bzw. das richtige Licht)
Vor allem sollte man auf helles, kaltes und aktivierendes Licht verzichten. Ich merke sehr deutlich, dass sich mein Abendverhalten auf meinen Schlaf auswirkt. Spätes Essen, viel Bildschirmzeit, helles Licht und zu viel Input – all das macht es schwerer, wirklich runterzufahren.
Deshalb ist Lichtmanagement am Abend ein fester Bestandteil meiner Schlaflogik. Das heißt nicht, dass ich das jeden Abend perfekt umsetzen würde, aber meine Umgebung macht es mir leicht:
- Licht am Abend wärmer und dunkler machen,
- unnötig helles Licht vermeiden,
- Bildschirmzeit bewusster nutzen,
- Blaulicht reduzieren,
- den Körper nicht bis kurz vor dem Schlafengehen weiter aktivieren.
Tools wie Blaulichtfilter-Brillen oder die Lösungen von Lichtblock können dabei helfen. Aber auch hier gilt: Das Tool steht nicht im Mittelpunkt. Der springende Punkt ist die Entscheidung, den Abend anders zu gestalten.
Mein Tipp:
Besserer Schlaf beginnt nicht erst im Bett. Er beginnt oft schon mit der Lichtumgebung am Abend.
Mein minimalistisches Licht-System
Wenn ich das Thema Licht auf das Wesentliche reduziere, bleibt für mich dieses System:
Morgens: Mit hellem Licht wach werden.
Dem Körper zeigen: Der Tag beginnt.
Tagsüber: echtes Licht suchen.
So oft wie möglich raus, auch wenn es nur kurz ist. Auch bei bewölktem Himmel.
Gezielt: Rotlicht für Regeneration und Rhythmus nutzen.
Nicht als Wunderwaffe, sondern als wiederholbaren Recovery-Moment und Taktgeber.
Abends: Licht reduzieren.
Den Körper nicht künstlich wachhalten, wenn er eigentlich runterfahren soll.
Das klingt simpel und genau das ist der Punkt. Für mich sind die besten Biohacks meistens nicht die spektakulärsten, sondern die, zu denen ich immer wieder zurückkomme.
Fazit - Licht ist kein Hack, sondern ein Taktgeber
Für mich ist Licht kein einzelner Biohack, den man einmal ausprobiert und dann abhakt. Es ist vielmehr ein täglicher Rhythmusgeber. Morgens kann Licht dabei helfen, wacher zu werden und besser in den Tag zu starten. Rotlicht kann einen einfachen Moment der Regeneration und bewussten Impulse bieten. Und abends weniger Licht kann dabei helfen, den Körper nicht künstlich wachzuhalten, wenn er eigentlich runterfahren sollte.
Für mich ist nicht das perfekte Setup entscheidend. Es geht nicht darum, jeden Tag alles ideal zu machen oder das eigene Leben komplett nach Licht zu planen. Es geht darum, bewusster mit Licht umzugehen.
- Mehr Helligkeit, wenn ich Energie brauche.
- Gezielte Reize, wenn ich die Regeneration unterstützen will.
- Weniger Licht und Input, wenn Schlaf und Erholung wichtiger werden.
Genau darin liegt für mich die Stärke von Licht. Es ist einfach, grundlegend und alltagstauglich. Es ist kein spektakulärer Hack, sondern eine Basis, zu der ich immer wieder zurückkomme. Für mich ist das oft der beste Biohacking-Ansatz: nicht immer mehr machen, sondern die einfachen Hebel konsequenter nutzen.


